Wadersloh (mw/bb). In der aktuellen Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familie und Soziales am 22. April präsentierten Anna Marras, Leiterin des Jugendtreffs „Villa Mauritz“, und Dr. Oliver Bokelmann, Geschäftsführer des Trägers Mindful Jugendhilfe, beeindruckende Einblicke in die Arbeit und Entwicklung des Jugendtreffs im vergangenen Jahr. Es zeigt sich eine steigende Tendenz in der Besucherzahl und eine Reihe von erfolgreichen Projekten, die speziell auf die Bedürfnisse der Jugendlichen zugeschnitten sind.
Im Ortsteil Wadersloh bietet der Treff dreimal wöchentlich einen offenen Zugang für Jugendliche und ein Kindercafé speziell für Grundschulkinder an einem weiteren Tag. In Diestedde sind die neuen Räumlichkeiten neben der Turnhalle seit Dezember 2023 ein großer Erfolg, mit deutlichem Zulauf vor allem an den Mittwochnachmittagen. Die offenen Treffen in Diestedde richten sich an Kinder ab 8 und Jugendliche ab 12 Jahren.
Neben den regelmäßigen Treffen gab es besondere Angebote, wie Ausflüge in die Trampolinhalle oder thematische Projekte gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Ein besonderes Highlight war der Besuch der Ausstellung „Deine Anne“ in der Abtei Liesborn, die sich intensiv mit den Themen Rassismus und Rechtsextremismus auseinandersetzt. Kreative und kulturelle Aktivitäten wie das Graffiti-Projekt in den Sommerferien oder der bundesweite Kurzfilmtag trugen weiterhin zur kulturellen Bildung bei. Zuletzt fand ein umfassendes Osterferienprogramm statt.
Die Professionalisierung des Teams wurde durch Workshops und Fortbildungen zur Pädagogik der offenen Kinder- und Jugendarbeit vorangetrieben. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf regelmäßigen Teamsitzungen und Supervisionen, die dazu beitragen, die Qualität der Jugendarbeit kontinuierlich zu verbessern.

Viel Zulauf für Angebote des Jugendtreffs und neue Projekte
Auch die Besucherstatistiken zeigen ein positives Bild und eine Steigerung zum Vorjahr: Mit 2.527 Besuchen an 193 Öffnungstagen im Jahr 2023 und einer ausgeglichenen Geschlechterverteilung wird die Bedeutung des Jugendtreffs für die Gemeinschaft deutlich. Die Altersstruktur hat sich leicht verschoben, wobei die Gruppe der 10- bis 13-Jährigen nun den größten Anteil ausmacht. Das Team freut sich über etwa 90 Stammbesucher*innen, die den Treff mindestens einmal pro Woche besuchen.
Für 2024 sind weitere spannende Projekte geplant, darunter eine Poetry-Slam-Werkstatt und die Fortführung des „Waderslam!“. Ein Wochenendausflug zur Wewelsburg mit dem Schwerpunkt auf Antisemitismus soll nicht nur bilden, sondern auch zum kritischen Denken anregen. Auch die weiteren Pläne sind ambitioniert: Nach der Einstellung einer neuen Mitarbeiterin und der Erweiterung der Programme wird ein besonderes Augenmerk auf weitere kreative Projekte gelegt, um den Jugendlichen weiterhin ein vielfältiges und unterstützendes Umfeld zu bieten. Zudem sollen die Öffnungszeiten im Sommer ausgeweitet werden.


Kommunalpolitik zeigt sich begeistert vom Engagement des Jugendtreffs
Auch die politische Unterstützung für den Jugendtreff ist stark: Die Ausschussmitglieder lobten das breite und anspruchsvolle Angebot. Der Bericht fand breite Zustimmung im Ausschuss. Olaf Smyzcek (SPD) und Jonas Henke (SPD) lobten das vielfältige Angebot und die konsequente Weiterführung des Projekts. Ellen Schultz und Alexandra Essel (beide FWG) erkundigten sich nach der Finanzierung und lobten die Selbstreflexion des Teams. Ziel sei, so Marras, dass Jugendliche immer nur mit einer kleinen Umlage an den Kosten beteiligt werden sollen. Klaus Grothues (CDU) betonte, das Geld sei in guten Händen und begrüßte, dass man auch einen Museumsbesuch in Liesborn anbot. Eine Frage hinsichtlich der Integration von Flüchtlingen beantwortete Marras damit, dass es viele Schnittmengen gebe und das Angebot auch von dieser Zielgruppe regelmäßig genutzt werde.

Bürgermeister Christian Thegelkamp zeigte sich besonders von den emotionalen Rückmeldungen der Jugendlichen beeindruckt. Das Team des Jugendtreffs hatte die Jugendlichen im Vorfeld gebeten, Schlagworte zum Jugendtreff aufzuschreiben. „Junge Menschen schreiben nicht einfach so ‚Mein zweites Zuhause‘ auf einen Zettel. Das zeigt, wie wichtig die Arbeit ist“, so Thegelkamp wertschätzend über die Arbeit der Mitarbeitenden des Jugendtreffs „Villa Mauritz“. Der FSA plant nun einen Besuch des offenen Jugendangebots in Diestedde.
Archivfotos, Text: B. Brüggenthies
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