Liesborn (mw/bb). Das große Kultur-Wochenende anlässlich der Neueröffnung nach dem umfassenden Umbau und der Ausstellungseröffnung des „Liesborner Evangeliars“ samt Bürgerfest wurde am Freitagabend durch einen weiteren kulturellen Höhepunkt vervollständigt. Zum Eröffnungskonzert des 52. Kammermusik Festivals spielte das mehrfach preisgekrönte „Simply Quartet“ Werke von Haydn, Ligeti und Mendelsohn Bartholdy.
Wie könnte man als Lokaljournalist einer Heimatzeitung mit dem Anspruch einer bunten Themenvielfalt nicht an so einem herausragenden Konzert teilnehmen? Das Refektorium wurde am Freitag zu einem Ruhepol der klassischen Musik. In der internationalen Besetzung mit Danfeng Shen (Violine), Antonia Rankersberger (Violine), Xiang Lyu (Viola) und Ivan Valentin Hollup Roald (Violoncello) stand es außer Frage, dass das Auditorium ein Weltklasseprogramm zu Gehör bekommen würde. Mit dem Streichquartett OP. 20 (Nr. 4) von Joseph Haydn, György Ligeti’s Streichquartett Nr. 1 und dem Streichquartett Nr. 6 von Felix Mendelsohn Bartholdy wählte das Newcomer-Streichquartett drei herausragende Kompositionen, die sämtliche Facetten der Klassik zur Entfaltung brachte.
Die teils feinen Nuancen und teils stürmischen Sätze des Instrumentalkonzerts waren eine mitreißende Zeitreise, die vom „Simply Quartet“ in Perfektion für das Publikum aufgeführt wurden. Neben den berührenden Werken, die im Festsaal des Museums Abtei Liesborn ihre ganze Kraft entfalten konnten, enstand eine intime Wohnzimmer-Atmosphäre. Aufmerksam ließ sich auch die feine Kommunikation der vier Musiker untereinander beobachten. Jeder Bogenstrich auf den filigranen Instrumenten (zum Teil aus dem 18. Jahrhundert) trug zur Schaffung einer stimmigen Klangwelt bei, die den ganzen Raum erfüllte.


Die knapp 100 Konzertgäste bekamen bereits direkt vor dem Eröffnungskonzert tiefe Einblicke in die Arbeit des Quartetts. Unter der künstlerischen Regie Jörg Lopper, oblag es ihm in Vertretung für seine Tochter Amelie, Antonia Rankersberger im Interview über die Arbeitsweise und den künstlerischen Alltag der vier Intrumentalisten zu befragen. Die Konzerteinführungen (im Regelfall durchgeführt von Amelie Lopper) wurden mit der Übernahme der Festivalreihe von Florian Mayer Langenfeld im Vorjahr als Neuerung präsentiert und finden großen Anklang. Ein Eröffnungskonzert der Superlative, dem nicht nur eine Reihe hochkarätiger Konzerte in den kommenden Wochen (bis zum 17. Juni) folgen, sondern darüber hinaus ein weiteres Novum der aktuellen Konzert-Session: einem großen Familienkonzert am 18. Juni.
Mehr zum Programm und Infos zum Ticket-Verkauf gibt es auf der offiziellen Webseite der Museumskonzerte (externer Link)
Konzertkritik & Fotos: B. Brüggenthies