Wadersloh (mw/bb). Eines der vermutlich schönsten Weihnachtsgeschenke gab es rund drei Wochen nach dem Fest: Ein stimmungsvolles Weihnachtskonzert der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Johanneum. Das traditionelle Konzert überraschte mit großer Vielseitigkeit und eindrucksvollem Können der Kinder und Jugendlichen. Ein Kunststück auch deswegen, weil es das erste Schülerkonzert nach fast drei Pandemiejahren darstellte.

„Wir sind sehr froh, dass wir unser Konzert wieder in Präsenz durchführen können. Es tut gut, die Aula wieder gefüllt zu sehen“, begrüßte Schulleiter Hans-Jürgen Lang die Konzertgäste in der Aula des Johanneums. Krankheitsbedingt wurde das Weihnachtskonzert um einige Wochen verschoben. So gab es zwar keine Einstimmung mehr auf das Fest, aber eine schöne Besinnung an die vergangene Weihnacht. Unter der Leitung von Christine Mackel (Unterstufenchor), Philipp Weyer (Schulband) und Martin Große Hundrup (Schulorchester, Instrumental-Ensemble der Klassen 5-7) bestand die Herausforderung darin, einen Neustart nach der Corona-Zeit zu wagen. Mit fast zwei „fehlenden“ Jahrgängen kein leichtes Unterfangen. Umso erfreulicher, dass die hochmotivierten Schülerinnen und Schüler die weihnachtlichen Stücke mit großer Sorgfalt und Können zu Gehör brachten.
Der Klassiker „In der Weihnachtsbäckerei“ – gesungen vom Schulchor- hallte nicht nur durch das Schulgebäude, sondern auch sicher bis nach Hamburg zu Rolf Zuckowski. Der Profilkurs Musik schloss sich mit Interpretationen von „Macht hoch die Tür“ und „Last Christmas“ an. Was zur letzten Weihnacht schon für eine besinnliche Stimmung sorgte, funktionierte auch Mitte Januar noch. Auch dank der charmanten Zwischenmoderationen, die einen Einblick in die vielfältige Arbeit in der Fachschaft Musik gab. So verwunderte es nicht, dass die „Weihnachtsbäckerei“ ein weiteres Mal an diesem Abend im Mittelpunkt stand: Mit einer Darbietung im Stile der Band „Kraftwerk“ zeigte der Musik-Grundkurs der Q2 die Möglichkeiten, aus dem Lied eine elektronische Musikvariante zu machen. Die Auseinandersetzung mit Bestehendem und das kreative Schaffen kann nur als originell angesehen werden und zeigte, dass auch das eigenständige Komponieren ein fester Bestandteil des Musikunterrichts sein kann und zu kraftvollen Ergebnissen führt.

Sehr überzeugend und anerkennenswert war auch die Leistung der Solisten des Abends: Johanna Tittgen („River flows in you“, Lenhard Straub („Ständchen“, Schubert/List) und Soliha Odilbekova („Dandelions“) sorgten mit ihren Interpretationen für Beifallsstürme. Mehr als anerkennende Worte und Applaus verdienten auch das Schulorchester und die Schulband. „Für viele der Schülerinnen und Schüler war das heute der erste Auftritt. Auch wenn nicht alle Töne gerade sind: Aber das lernen wir! Wir möchten heute vor allem einen Zwischenstand geben“, so Musiklehrer Martin Große Hundrup. Das Schulorchester wurde seit Pandemiebeginn von seinerzeit 45 Instrumentalisten auf ein knappes Dutzend reduziert. Aber auch mit diesem verbliebenden Viertel setzten die jungen Musikerinnen und Musiker ein mitreißendes Zeichen der Hingebung zur Musik und eines für den geglückten Neuanfang. Wie passend gewählt ist da das Zugabestück der Schulband, die „Don’t Look Back in Anger“ (oder zu deutsch „Blick nicht im Zorn zurück“) der britischen Band Oasis performte: Die Corona-Zeit hat Spuren hinterlassen, aber das Johanneum blickt nach vorn und verbindet auch künftig die Tradition mit der Moderne. Das Nach-Weihnachtskonzert machte Mut und zeigte die Kraft der Musik, die die Herzen auch im regnerischen Neujahrsmonat Januar zu berühren vermag.



Konzertkritik und Fotos: B. Brüggenthies
XXL-Bildergalerie (MW+)
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