Wadersloh (mw/bb). Ehre, wem Ehre gebührt: Am Mittwochabend tagte der Heimatverein Wadersloh zu seiner diesjährigen Jahreshauptversammlung in der „Fuchshöhle“. Viel Raum nahm auf der Tagesordnung die Ehrung derjenigen Mitglieder des Vereins ein, die sich im hohem Maße ehrenamtlich in das Vereinsleben einbrachten. Zwei besonders langjährige Mitglieder wurden für ihren Jahrzehnte währenden Einsatz mit der Ehrenmitgliedschaft belobigt.
Zwei verdiente neue Ehrenmitgliedschaften

Für Clemens Böckmann war am Mittwoch nach der letztjährigen Ankündigung nun wirklich Schluss mit der Vorstandsarbeit. Eindrucksvolle 32 Jahre war der Wadersloher in unterschiedlicher Vorstands-Funktion dem Verein treu. Zuletzt in kommissarischer Funktion als Kassierer. Seine letzte offizielle Amtshandlung ist die Übergabe der Kasse an seinen frisch gewählten Namensvetter Clemens Holtmann. Für Böckmann ist das Kapitel Heimatverein aber nie so ganz beendet: Er ist als Ehrenmitglied nun fester Bestandteil der in diesem 75 Jahre währenden Heimatvereins-Historie.

Ebenfalls neu im exklusiven Club der Ehrenmitglieder ist Josef Duffe. Neben vielen ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen handwerklicher Natur ist Josef Duffe seit vielen Jahren Ansprechpartner und Bewahrer der Plattdeutschen Mundart. Für seine vielfältigen Arbeiten zur Förderung der Sprache erhielt auch er die besondere Würdigung am Abend. Darüber hinaus ehrte der 1. Vorsitzende Winnie Schlieper auch Günter Wachsmann, Maria und Brigitte Bouschery, Theo Schulze Bonsel und Hermann Bühlbecker für besonders herausragende ehrenamtliche Arbeit, die den Heimatverein und den Ort Wadersloh voranbrachten.

Viel Raum nahm am Versammlungsabend auch der Rückblick auf ein bisher sehr abwechslungsreiches Jubiläumsjahr des Traditionsvereins ein. Über die „Rettungsaktion“ des Mosaiks der Schöpfungsgeschichte zusammen mit dem benachbarten Heimatverein Liesborn (Anm. d. Red.: Nach Angaben der stellvertretenden Bürgermeisterin Maria Eilhard-Adams planen der Investor der „Rosenhöhe“ den Wiederaufbau des Kunstwerks auf dem Areal der ehem. Realschule nach Fertigstellung des Gebäudekomplexes), über die Friedensstunde am Schloss (in Kooperation mit Kolpingfamilie, Heimatverein Diestedde und Wadersloher KulTOUR), Maibaumaktion, Kreuzweg und Teilnahme am Schützenfest stand das Jahr 2022 besonders im Zeichen der Erinnerungskultur:
Der Beitritt zum Riga-Komitee im Frühjahr, die Pflege der sog. Stolpersteine (die an die Wohnorte der in Wadersloh lebenden Menschen jüdischen Glaubens erinnern), die in Umsetzung befindliche Sanierung des Tores zum jüdischen Friedhof sowie das „Schlüsselprojekt“ (einer Gedenkstele, die im Centraliapark aufgestellt und an die Coronazeit erinnern soll; Idee: Ernst Reineke) zeugen von einem bemerkenswerten Engagement des Vereins und seiner Mitglieder. Hinter jedem der genannten Projekte stecken viele Stunden Ehrenamt.
Bedingungsloses Vertrauen in das Vorstandsteam
Auf der Agenda standen turnusbedingte Neuwahlen: Die Versammlung schenkte dem Vater-Tochter-Gespann erneut das Vertrauen. Winfried Schlieper (1. Vors.) und Jessica Jemella (2. Vors.) wurden einstimmig wiedergewählt. Neuer Kassierer ist Clemens Holtmann. (s.o.). Reinhild Berhorst wurde als Beisitzerin im Amt bestätigt. Neuigkeiten in Sachen Satzung erforderten ebenfalls eine Abstimmung: Der bisherige Mitgliedsbeitrag wurde von 12 auf 18 Euro jährlich angehoben. In Stellvertretung für Bürgermeister Thegelkamp, der sich am Mittwoch entschuldigen ließ und dem Seniorenausflug nach Münster beiwohnte, lobte Stellvertreterin Maria Eilhard-Adams die zahllosen Initiativen des Heimatvereins und dankte allen, die daran mitwirkten.

Im Ausblick auf kommende Veranstaltungen sollten vorgemerkt werden:
- 22.10.22 – Große Jubiläumsfeier „75 Jahre Heimatverein Wadersloh“ in der Aula des Johanneums
- 09.11.22 – Pogrom-Gedenken am Mahnmal/Rathaus
- 10.11.22 – Traditioneller Martinsumzug
- 11.12.22 – Weihnachtsfeier des Krinks
- 07.01.23 – Krippenwandern in Paderborn
- 01.03.23 – Mitgliederversammlung
Kommentar: Ein Verein mit Vorbildcharakter
Beachtlich, was das Vorstandsteam und die engagierten Mitglieder des Heimatvereins trotz der Corona-Nachwehen in den letzten Wochen und Monaten auf die Beine stellten. Dabei im Fokus: Das Wohl der Allgemeinheit und ein behutsamer Blick zurück zur Wahrung der Erinnerungskultur, die zurecht einen hohen Stellenwert beim Heimatverein genießt. In dieser Sache setzt Winnie Schlieper die Tradition ganz im Sinne seiner Vorgänger Hans-Josef Kellner und Herbert Fortmann fort. Ohne ein starkes Team im Hintergrund kaum umsetzbar. Ohne die vielen fleißigen Hände im Vorstand und unter den Mitgliedern eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Dabei blickte der Verein auch immer wieder über den dörflichen Tellerrand hinaus und suchte die Zusammenarbeit mit den benachbarten Heimatvereinen. In diesem Wadersloher Verein läuft es. Und das ist auch gut so! Ein Hoch auf das Ehrenamt und viele weitere Aktionen, die das Dorf und seine Gemeinschaft voranbringen.
Benedikt Brüggenthies, Chefredakteur Mein-Wadersloh.de