Wadersloh (mw/bb). Heute ist ein großer Tag für Shetland-Pony Quentin – ausnahmsweise darf er mit der ganzen Familie am Küchentisch sitzen. Entsprechend aufgeregt ist der Vierbeiner. Ob es an der Gesellschaft der anderen liegt? Oder vielleicht doch an den leckeren Möhren, die es statt des Marmorkuchens für ihn gibt? Trotzig pustet Quentin den Puderzucker vom Kuchen und tritt einen Schritt zurück, damit Simone den Kuchen anschneiden kann. Natürlich mit einem besonders großen Stückchen Mohrrübe zwischen den Zähnen. Simone und Quentin verbindet eine ganz besondere Beziehung, denn beide zogen zum gleichen Zeitpunkt in das große Haus an der Stromberger Straße ein. „Das ist eine Tradition, die wir bei unseren drei Kindern eingeführt haben“, sagt Wiltrud Hauptmeier und gießt den Kaffeegästen einen großen Kaffee in die Tassen.
Während Simone und Quentin (mit vollem Namen heiße er übrigens Quentin vom Soestblick) erst seit gerade einmal knapp 25 Jahren hier ihr Zuhause haben, hat der Hof Hauptmeier eine viel längere Geschichte hinter sich. Fast jeder Stein im Mauerwerk des Anwesens könnte wohl eine kleine oder große Geschichte erzählen. Ein Stein könnte zum Beispiel von der Hofgründung des Meierhofs im 15. Jahrhundert berichten.
Ein anderer von dem Neuanfang im Jahre 1896. In diesem Jahr feierte die Familie Kindstaufe in der Pfarrkirche und eine Köchin vergaß die Feuerstelle zu löschen. Ein Hofbrand zerstörte alles bis auf die Grundmauern nieder. „Meine Urgroßeltern begannen dann von vorne“, blickt Wiltrud Hauptmeier zurück. Stein für Stein wurde alles neu erbaut und schnell kehrte das Leben zurück auf das altehrwürdige Gehöft. Und die Steine im Mauerwerk erzählten sich neue Geschichte. Wie etwa immer schon Warmblüter zum Hof der Familie Hauptmeier gehörten. Bis heute ist es immer noch die gleiche Pferdezucht. Das letzte Fohlen hat im April 2019 das Licht der Welt erblickt. Aber neben den Pferden und Pony Quentin bevölkern noch viel mehr Tiere den Hof Hauptmeier: Hühner, Pfauen, Schafe, Ziegen, Katzen, Hunde und Enten wird man hier entdecken. Die Pfauen lassen sich dabei auch gerne mal auf Autodächern nieder und beobachten aus erhöhter Position den Hofalltag […]
Die ganze Geschichte gibt es exklusiv in unserer
neuen Printausgabe „WaderslohMagazin: Dorf-Kultur-Leben“
Fotos/Text: B. Brüggenthies